Warum Ganzhausheizung?
Auswertungen
Vom Jahr 2003 bis 2005 wurden kontinuierlich die Temperaturen und Wärmemengen aufgezeichnet. In den folgenden Diagrammen sehen Sie Ausschnitte der Ergebnisse:
Wärmeaufteilung
In dieser Darstellung sieht man die Energieaufteilung der Wärmeerzeugung zwischen direkter Raumwärme und Energieübetragung auf das Heizwasser.
Im folgenden Diagramm sieht man im linken Bereich den Wasserertrag von Kachelofen, Solaranlage und Herd in der Saison 2003/2004 und 2004/2005.
Dem gegenübergestellt ist der Verbrauch der beiden Wohnungen und das Brauchwasser (z.B. Dusche).
Ertrag vs. Verbrauch.jpg)
Im nachfolgenden Tempereraturverlauf ist ein Ausschnitt einer Woche im Februar 2005 dargestellt.
Temperaturverlauf
Anhand dieser Darstellung ist ersichtlich, das dieses System der Ganzhausheizung höchste Komfortansprüche erfüllt.
Das Projekt
Thomas Hofer, ein Hafner aus Südtirol und Mitglied der VEUKO, stellte schon beim Treffen im Jahr 2000 in Mals sein Projekt einer Ganzhausheizung im eigenen Haus vor. Über mehrere Jahre hinweg wurde bei den Treffen über die Fortschritte auf dem Ganzhausheizungssektor im jeweiligen Land berichtet.Im Jahr 2002 entschied man dann, aus dem Projekt von Thomas Hofer ein VEUKO Projekt zu machen um hier länderübergreifend zusammen zu arbeiten.
Details der untersuchten Ganzhausheizung
Beim Kachelofen handelt es sich um einen Heizeinsatz mit einem nachgeschalteten keramischen Zugsystem aus Hafnerschamotten und einem Luft-Wasser-Wärmetauscher. Der verwendete Heizeinsatz ist ein rostloser Einsatz zur Verbrennung von Holz. Zusätzlich ist eine Verbrennungsluftsteuerung zum automatischen Absperren angebracht. Um möglichst viel Wärme auf das Wasser übertragen zu können, wurde die Anlage so eingestellt, dass sich der Luft-Wasser-Wärmetauscher bei 70°C einschaltet und bei 48°C wieder ausschaltet. Erreicht der Ofen nach dem Ausschalten erneut 70°C so beginnt der Tauscher erneut mit dem Tauschprozess. Aus diesem Grund beträgt die höchste Oberflächentemperatur des Kachelofens maximal 36°C.
Das Auflegeintervall für Volllast wurde mit dem anerkannten Berechnungsprogramm des Österreichischen Kachelofenverbandes ermittelt und resultiert aus der errechneten Leistung des Ofens. Die Leistung des Ofens beträgt 4,6 kW bei einer Nennheizzeit von 11 Stunden. Zusätzlich zum Kachelofen gibt es 10 Solarkollektoren mit einer nutzbaren Fläche von 18,5 m2 und einer Neigung von 27°. Die Räume die nicht direkt mit dem Kachelofen beheizt werden können, sind mit Wandheizungen ausgestattet.
Emissionsmessung
Im Jahr 2003 erfolgte dann von der Versuchs- und Forschungsanstalt der Hafner aus Wien (VFH) eine Vorortmessung dieser Ganzhausheizung. Das Abgas wurde aus dem Verbindungsstück entnommen und über einen Messgasschlauch und eine eingebaute Gasaufbereitung dem Emissionsmessgerät zugeführt. Die Brennstoffmenge, 16 kg Holzbriketts, wurde in Teile zu max. 1 kg gebrochen, im Heizeinsatz geschlichtet und anschließend gezündet. Danach wurde die Messung begonnen.
Die dabei festgestellten Kohlenmonoxidemissionen betrugen 566 mg/MJ und der feuerungstechnische Wirkungsgrad hatte einen Wert von 79,5 %.
Zum Vergleich dazu sind die Grenzwerte der Vereinbarungen gemäß Art. 15a-B-VG über "Schutzmaßnahmen betreffend Kleinfeuerungen" und die "Einsparung von Energie" des Staates Österreich für Kohlenmonoxid 1100 mg/MJ und den feuerungstechnischen Wirkungsgrad 78%. Wie man erkennen kann, sind die gemessenen Werte deutlich besser als die auf dem Prüfstand geforderten.
Systeme der Kachelofen- Ganzhausheizung
Die einfachste Möglichkeit für den Kachelofen als Hauptheizung ist eine offene Architektur des Gebäudes, in der der Kachelofen seine Wärme ohne Wärmeträgermedium abgeben kann.
Eine weitere interessante Möglichkeit stellt die Hypokauste, eine geschlossene Warmluftheizung, dar. Dabei wird die vom keramischen Speicher aufgenommene Energie auf Luft übertragen, über Kanäle in den Wänden verteilt und anschließend über Wandflächenheizwände an den Raum abgegeben.
Die heute häufigste Form der Kachelofen-Ganzhausheizung arbeitet mit dem Wärmeträger Wasser. Dies hat sowohl den Vorteil, dass Wasser sehr viel Energie aufnehmen kann und löst gleichzeitig auch die Anforderung, das Warmwasser für Waschzwecke zu erzeugen. Bei den Wassersystemen gibt es heute eine breite Palette von technischen Lösungen von der Kesseltechnik über Systeme mit ummantelnden Wärmetauschern bis hin zu Luft/Wasserwärmetauschern.







