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Pressecommunique VEUKO Kongress 2012

Jetzt sind es elf Länder  –  Polen trat der VEUKO bei „Ogólnopolskiego Stowarzyszenia Kominki Polskie“ – so lautet der Name des jüngsten VEUKO-Mitglieds. Hinter den für Deutschsprachige kaum auszusprechenden Worten steckt der „Landesweite Verband der Kamine (oder auch Feuerstätten) Polens“.  Diese 2003 gegründete Organisation wurde beim 27. VEUKO-Kongress, der von 3. bis 5. Mai in Lovadina di Spresiano bei Venedig stattfand, in die Vereinigung der Europäischen Verbände des Kachelofenbauer/Hafner-Handwerks (VEUKO) aufgenommen.
 
Das jährliche Treffen der Delegierten stand heuer aber auch im Zeichen von Neuwahlen und wichtigen Beschlüssen. So wurde das Führungsteam mit Präsident Robert Salvata (Slowakei) und Vizepräsident DI Dr. Thomas Schiffert für die nächsten drei Jahre wiedergewählt.
Bild links:
So präsentiert sich die Landkarte Europas aus 
Sicht der VEUKO. Zu den Mitgliedsländern (gelb unterlegt) gehört jetzt auch Polen. Mit dem französischen Verband laufen Vorgespräche.

Vom Lehrling zum Europameister

Nachdem die VEUKO-Delegierten im vergangenen Jahr die „Charta von Luxemburg“ unterzeichnet hatten und damit den Startschuss für die Schaffung der Qualifikationsstufe „Europäischer Handwerksmeister“ (EU Meister) legten, wurde bei  diesem Kongress die konkrete Vorgangsweise dazu festgelegt. Diese basiert auf den Regularien der European Association of Building Crafts and Design  (EACD), deren Mitglied die VEUKO seit dem vergangenen Jahr ist.
 
Prof. Wolfgang Kippes, der im Herbst zum 1. Vizepräsidenten der EACD ernannt werden soll, trug die Regeln der Steinmetze für diese höchste Qualifikation im Handwerk vor und leitete daraus die Vorschläge für die Bestimmungen der VEUKO für EU Meister ab. Demnach werden in den Mitgliedsländern Kandidaten nach individuellen Kriterien ausgewählt, die in einem Zeitraum von zwei Jahren im Rahmen einer Tour acht bis zehn Stationen in Europa besuchen werden.  Dort sollen sie bei der Arbeit an konkreten Projekten sowohl die Kulturgeschichte des Handwerks als auch neue Technologien des jeweiligen Landes erlernen und dokumentieren. Den  Abschluss der EU Meister – Tour bilden eine Diplomarbeit und eine Prüfung.
 
Bei der VEUKO wird dafür eine Kommission eingerichtet, die für Vorbereitung, Kontrolle und Prüfung zuständig ist. Außerdem wurde eine Arbeitsgruppe ausgewählt, die bis Jänner 2013 die Rahmenbedingungen zusammenstellt und die Kandidaten für eine erste Meistertour rekrutiert.
 
Weiters stellte Prof. Kippes auch die in Österreich anstehende Lehrlingsinitiative vor. Sie soll ganz grundsätzlich und auch beispielhaft für andere Mitgliedsländer zwei wichtige Kriterien sicherstellen, die für die Zukunft des Handwerks unabdingbar erscheinen: Eine bessere Qualifikation der Bewerber und einen Ausbildungsablauf, der auch durch den Einsatz elektronischer Kommunikationsmittel zu umfassende Kenntnisse der fertig gelernten Hafner/Kachelofenbauer sicherstellt. Aufgrund der großen Bedeutung der Thematik Lehrlinge beschloss die VEUKO, dies zu einem zentralen Thema für die nächsten drei Jahre zu machen.

 

VEUKO setzt EU-Initiativen

Sowohl die energiepolitischen Diskussionen in den Mitgliedsländern der EU als auch Normierungsvorhaben veranlassen die VEUKO, ihre technologische Vorreiterrolle in der Hafner/Kachelofenbauer-Branche zu betonen und Initiativen zu setzen. Dazu gehört zum Beispiel, die Bedeutung des Scheitholzes als wichtiger Energieträger für die Zukunft mehr in den Fokus zu rücken. Sein Stellenwert für die laut EU-Vorgaben zu erreichende Erhöhung der Anteile von erneuerbarer Energie an der Primärenergie bis 2020 soll durch Studien verdeutlicht werden, die durch Aufbereitung von konkreten Daten aus den einzelnen VEUKO-Mitgliedsländer erstellt werden.
 
Einen weiteren Schwerpunkt bei EU-Vorhaben will die VEUKO auch im Rahmen der Ökodesignrichtlinie LOT 15 (Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Feuerungsanlagen mit festen Brennstoffen) setzen. Dort werden demnächst immerhin so einschneidende Maßnahmen wie ein Label in Analogie zu anderen Produktklassen (Gebäude, Kühlschränke,…) oder ein mögliches Verbot von offenen Kaminen diskutiert, um die Energieeinsparung zu fördern.

 

VEUKO-Europameisterschaft 2015 in Wels

Ein weiterer wichtiger Beschluss der Delegierten betrifft die ursprünglich für 2014 geplante VEUKO – Europameisterschaft der Hafner. Sie wird um ein Jahr auf 2015 verschoben.  Der Hauptgrund dafür ist eine große Chance, die sich für die Hafner/Kachelofenbauer anlässlich der World Skills (Handwerks-Weltmeisterschaften) 2013 bietet. Nämlich die, sich dort erstmals zu präsentieren.
 
Im Gegensatz zu den Platten- und Fliesenlegern, die schon seit vielen Jahren erfolgreich an diesen Weltmeisterschaften von 45 Berufsgruppen teilnehmen, sind die Hafner eine international zu kleine Sparte, um in den Wettbewerb aufgenommen zu werden.  2013 finden die World Skills in Leipzig statt und dort werden die Hafner voraussichtlich die Möglichkeit haben, ihren spannenden und vielseitigen Beruf zumindest im Rahmenprogramm vorzustellen. Es ist dort für die Kachelofenbranche ein Wettbewerb außer Konkurrenz geplant, an dem sich junge Hafner/Kachelofenbauer aus mehreren VEUKO-Mitgliedsländern beteiligen werden.
 
Im Rahmen der Beschlüsse, die von den Delegierten gegen Ende des dreitägigen Kongresses fassten, wurden auch die Tagungsorte für die nächsten Delegiertenversammlungen festgelegt. Demnach wird der Jahreskongress der VEUKO vom 8. bis 10. Mai 2013 in Tallin (Estland) stattfinden. 2014 will man in Deutschland tagen, 2015 in Polen und 2016 in Ungarn.

 Presse_2012.pdf

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