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Pressecommunique VEUKO Kongress 2011

Europameister jetzt auch im Handwerk
«VEUKO TREFFEN» des Kachelofenbauer-/Hafner-Handwerks in Luxemburg, vom 5. Mai bis den 7. Mai 2011.
  Die Vereinigung der Europäischen Verbände des Kachelofenbauer/Hafner-Handwerks (VEUKO), bestehend aus Delegationen der Ofenbauerverbände aus Deutschland, Estland, Italien, Luxemburg, Österreich, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn, trafen sich zum 26. Mal zu ihrem alljährlichen Kongress um gegenseitige Informationen über aktuelle verbandliche, werbliche und berufsspezifische Begebenheiten auszutauschen. Es ist eine historische Stunde für Luxemburg, dass dabei auch eine Vereinbarung über die Qualifikation zum „Europäischen Handwerksmeister“ getroffen wurde. Als Grundlage dafür unterzeichneten die Delegierten die „Charta von Luxemburg“. Außerdem diente das Treffen dazu, die Koordination von Wissensaustausch im beruflichen und technischen Bereich zu gewährleisten, die gemeinsame Bearbeitung von zukunftsbezogenen Aufgaben vorzubereiten und die Anliegen des Berufsstandes in Europa (Brüssel) zu diskutieren.

Nachdem das Treffen letztes Jahr in Slowenien abgehalten wurde, gab sich - wie zuletzt im Jahre 2002 - dieses Jahr erneut die "Fédération des Patrons Ramoneurs et Ramoneurs-Fumistes du Grand-Duché de Luxembourg", angeführt von seinem Präsidenten, Fred Becker, die Ehre, die Delegierten aus den zehn Ländern ins Großherzogtum Luxemburg einzuladen. Zu diesem Anlass hat Becker ein Buch herausgegeben, das die Vielfalt des Berufs der Schornsteinfeger und Kachelofenbauer/Hafner aufzeigt. So hat der Autor mit seinem Cartoon-Band den Ofensetzern und Schornsteinfegern die Möglichkeit gegeben, sich kurz auf aumüsante Art und Weise vorzustellen. Das Buch mit dem Titel „Der Glücksbringer hat’s nicht immer leicht“ ist inzwischen im Buchhandel erhältlich und kann übrigens auch über den Onlineshop des deutschen UTE (Bundesverband Umwelt, Technologie und Energie) bezogen werden.
 

Die VEUKO – ein wachsender europäischer Branchenverband

Die VEUKO ist die Organisation, die das Kachelofenbauhandwerk europaweit vertritt. So wie sich die Geschichte der Europäischen Union aus der EWG entwickelte und mit dem Inkrafttreten des Vertrages von Maastricht 1993 Realität wurde, gab es den Europagedanken in der Kachelofenbranche  bereits im Jahr 1966. Anfangs vereinbarten die Fachverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine länderübergreifende Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung, bei technologischen Innovationen und bei der Beratung der Hafnerschaft. Im Laufe der Jahre stießen immer mehr nationale Hafnerverbände dazu, was zur Gründung der VEUKO im Jahre 2003 führte. Heute sind in dem europäischen Dachverband zehn Länder mit elf Verbänden vertreten. Es laufen aber brereits Vorgespräche mit vier Verbänden aus Frankreich, Polen und der Slowakei, sich zum Teil bereits im kommenden Jahr am Kongress beteiligen werden.


Die Mitgliedsländer der VEUKO im Jahr 2011(gelbe Flächen) und die geplante Erweiterung (gelb strichliert). 


Der „Europäische Handwerksmeister“ - eine historische Chance

Die berufliche Bildung ist in den einzelnen Mitgliederländern aufgrund regionaler Gegebenheiten sehr unterschiedlich. Die regionalen Unterschiede sollen auch künftig bestehen bleiben. Es gilt Sinnvolles zu verknüpfen und neue Möglichkeiten entsprechend den regionalen Gegebenheiten und Traditionen zu nutzen. Neben dem Bewahren des kulturellen Erbes wirkt der „europäische Meister“ vor allem an der Gestaltung der Zukunft mit. So ist neben der Verantwortung zur Erhaltung der Tradition auch die Beherrschung der modernen, globalen Marktentwicklung erforderlich. Revolutionäre Neuanforderungen, an die Effizienz der Kachelöfen, die Erhöhung der Umweltverträglichkeit, sowie eine kontinuierliche Adaptierung aufgrund individueller Kundenwünsche (z.B. Sichtbarkeit des Feuers, Gestaltungswünsche, Vereinfachung der Befeuerung,…) erfordern eine permanente Anpassung an technologische und wirtschaftliche Entwicklungen. Der „europäische Meister“ ist eine historische Chance, den generationsübergreifenden Prozess der Aus- und Weiterbildung kreativ und positiv gemeinsam zu gestalten.
 

Die Charta und ihr Inhalt

Die Charta ist zunächst einmal eine Grundsatzerklärung des europäischen Handwerks der Hafner/Kachelofenbauer, die – genau wie jene der Steinmetze - der Abstimmung der zuständigen europäischen Gremien bedarf. Vor allem mit der UEAPME (Dachverband, der auf europäischer Ebene die Interessen des Handwerks sowie der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Europäischen Union vertritt). Sie enthält daher unter anderem eine ausführliche historische Darstellung zur kulturellen Bedeutung des Handwerks und eine Reihe von Zielsetzungen für die Ausbildung in unterschiedlichen Qualifikationsstufen, die in Zukunft nach ausgearbeitet werden müssen.
 

Sorge um den Nachwuchs – aber technologische Innovationen

Die weiteren Schwerpunkte auf der Tagesordnung des Kongresses ergaben sich aus den Berichten der Mitgliedsverbände. So berichteten die Delegierten aus Deutschland und der Schweiz über sinkende Lehrlingszahlen. Während in der Bundesrepublik 35.800 Auszubildende in der gesamten Sanitär-, Heizung- und Klimabranche verzeichnet werden, ist der Anteil der Lehrlinge im Ofen- und Luftheizungsbereich auf nur 300 Jugendliche geschrumpft.
 
Noch dramatischer die Meldungen aus der Schweiz. Dort sind die Lehrlingszahlen seit 2007 um rund 50 Prozent gesunken. Man habe das Problem, dass es zu wenige Lehrbetriebe mit ausreichender Auftragslage habe, hieß es im Bericht der Eidgenossen. Man erhoffe sich aber mehr Impulse durch die seit letztem Jahr neu in Kraft getretene Bildungsverordnung und unterstütze die notwendige Nachwuchsförderung durch Anzeigen, eine eigene Homepage und die Beteiligung an Bildungsmessen.
 
Allerdings konnte die Schweiz auch neue technologische Erkenntnisse einbringen. Die Delegation präsentierte einen Erfahrungsbericht über die Auslegung, den Einbau und den Betrieb von Wandheizungen, deren Wirkung mit Messergebnissen hinterlegt ist. Auch diese Ausarbeitung wird zusammen mit weiteren technischen Unterlagen etwa zu Schornsteinausführungen und Verbrennungsluftzufuhr auf die Homepage des Dachverbandes gestellt.
 
Über technologische Fortschritte berichtete auch die Delegation aus Südtirol. Dort wurde ein neuer handwerklich gefertigter Pizza Ofen entwickelt, der sich durch eine langanhaltende Speicherwirkung und hohe Anpassungsmöglichkeiten entsprechend den Kundenwünschen auszeichnet. Außerdem konnte auf neue Erkenntnisse nach umfangreichen Messungen von Grundöfen mit großer Sichtscheibe verwiesen werden.
 
Österreich konnte im Rahmen der Berichte als besonderen Erfolg die Verleihung des Österreichischen Umweltzeichens für Kachelöfen mit dem UmweltPlus – Brennraum einbringen. Kachelöfen, die entsprechend den strengen Anforderungen für diese Zertifizierung errichtet werden, entsprechen schon jetzt den gesetzlichen Vorgaben für Heizgeräte, die in der Alpenrepublik erst 2015 Gültigkeit erlangen werden.
 
Im Rahmen des Berichts des Leitungsteams konnte VEUKO – Präsident Robert Salvata bekannt geben, dass er einer Einladung der führenden Fachzeitschrift „Swiat Kominikow“ nach Polen folgen werde. Er werde dort den in der Branche begehrten Preis „Superflame 2010“ für die VEUKO entgegennehmen, der dem europäischen Dachverband für die Unterstützung bei der Gründung des Polnischen Kachelofenverbandes verliehen wurde.
 

Delegierte auf den Spuren der Geschichte

Als Ausgleich für die umfangreiche Tagesordnung des Kongresses hatten Fred Becker und sein Team aus dem Verband des Gastgeberlandes ein attraktives Rahmenprogramm vorbereitet, das die Teilnehmer auch an Orte von großer historischer Bedeutung führte. Schon am ersten Abend gab es einen Ausflug, der dem Europagedanken der VEUKO mehr als würdig war: Eine Fahrt nach Schengen. Der kleine Winzerort an der Mosel wurde zum Synonym für einen Raum ohne Grenzkontrollen, als am 14. Juni 1985 fünf EU-Mitgliedstaaten auf einem Moselschiff in der Nähe dieses Ortes das Schengener Übereinkommen unterzeichneten, das den Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen und die Einführung des freien Personen- und Warenverkehrs vorsieht. Am Flussufer des Orts erinnert ein Europadenkmal an die Unterzeichnung des Vertrages, das die Delgierten besichtigten.
 Am Nachmittag des zweiten Tages lernten die Teilnehmer die Geschichte Luxemburgs kennen, die auf dem Bockfelsen der Stadt Luxemburg begann. Als besonderes Highlight hatten die Veranstalter einen Besuch im Parlament organisiert, bei dem sich die Delegierten auch einmal als Abgeordnete fühlen durften, indem sie auf deren Sitzen Platz nahmen. Auch an die beiden großen Abenddinners werden sich die Teilnehmer  gerne erinnern. Besonders an das Abendessen in der Stadt Luxemburg, wo Trinklieder aus jedem Teilnehmerland intoniert wurden.
 
Insgesamt blicken Präsident Robert Salvata und Vizepräsident DI Dr. Thomas Schiffert auf eine sehr intensive Tagung zurück, die durch die Unterzeichnung der Charta von Luxemburg und die dadurch erfolgte Grundsteinlegung für den zukünftigen „Europäischen Handwerksmeister“ eine herausragende Rolle unter den 26 Kongressen der VEUKO einnimmt. Die nächsten Veranstaltungsorte wurden übrigens abschließend auch schon festgelegt. Demnach sollen der Jahreskongress und die Delegiertenversammlung 2012 vom 3. bis 5. Mai in Italien stattfinden. Ausrichter des Treffens im Jahr 2013 wird Estland sein.
 
 

Gruppenbild mit Dame: Die Teilnehmer am VEUKO – Jahreskongress vor historischer Kulisse in Luxemburg.


 Presse_2011.pdf

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