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VEUKO Kongress 2017 - Die VEUKO hat jetzt 17 Mitgliedsverbände

Wie jedes Jahr im Mai fand der Jahreskongress der europäischen Verbände der Kachelofenbauer/Hafnerhandwerks (VEUKO) statt. Dass eine gemeinsame Zusammenarbeit zwischen Ländern aus Ost- und Westeuropa nicht im Widerspruch steht, beweist die Organisation Jahr für Jahr mit steigenden Mitgliederzahlen. Dieses Mal war die russische Metropole St. Petersburg Gastgeber für die Kachelofenverbände. Die wichtigsten Themen: Ausbildung der Ofenbauer und Feinstaub. 

 
Die VEUKO wächst und wächst: Beim diesjährigen Kongress wurden mit Rumänien und einem zweiten Kachelofenverband aus Litauen wieder zwei neue Mitglieder aufgenommen. Ursprünglich 1966 von den deutschsprachigen Ländern Österreich, Deutschland und der Schweiz gegründet, hat sich die VEUKO zu einer Vereinigung mit 17 Kachelofenverbänden aus 14 Ländern aus ganz Europa entwickelt.

Bild 1: Die Delegierten der VEUKO vor historischer Kulisse in St. Petersburg

Ein zentrales Thema des diesjährigen Treffens war der Feinstaub. Dazu VEUKO-Präsident Robert Salvata: „Fakt ist: Moderne, richtig betriebene und handwerklich gesetzte Öfen sind feinstaubarm. Die Lösung des Problems sind der Austausch von Altanlagen und die Schulung der Benutzer zum richtigen Umgang mit Kachelöfen.“ Die VEUKO wird dazu ein europäisches Positionspapier erarbeiten und im Herbst ein zweitägiges Seminar in Wien (13. - 14.9.2017) im Österreichischen Kachelofenverband veranstalten. Dieses Thema wird außerdem wegen der öffentlichen Bedeutung besonders von den Verbänden aus den Ländern Deutschland, Österreich, Polen, Ungarn und der Slowakei forciert. VEUKO-Präsident Salvata präsentierte außerdem die überarbeitete VEUKO-Website www.veuko.com, die nun mit großen Bildern gestaltet ist, sowie den neuen Facebook Auftritt. 

Ausbildung als zentrales Thema

Das zweite Hauptthema war die Ausbildung der Ofenbauer. Ein Gastgeber-Verband, die russische Allianz Ofenbauer, berichtete über die Zunahme an russischen Ofenbauern, die sich vermehrt in den Kachelofenverbänden organisieren. Gleichzeitig wird an der Ausarbeitung eines Ausbildungsprogamms gearbeitet um die Standards und Qualifikationen der Hafner anzuheben. 

Da die VEUKO bestrebt ist, die Aus- und Weiterbildung des Handwerks zu fördern, werden Ausbildungsmodule für alle europäischen Hafner in der Keramikfachschule in Stoob in Österreich zentralisiert angeboten.

Vor einem Problem stehen praktisch alle Delegierten aus den 14 Ländern: Sinkende Lehrlingszahlen geben allen Grund zur Sorge. In einzelnen Ländern werden daher Aktivitäten gesetzt um das Bewusstsein für den Hafnerberuf wieder zu wecken. So präsentierte der Schweizer Verband die Kampagne „werdeofenbauer.ch“, bei der der Lehrberuf des Ofenbauers mit Videos beworben wird und gleichzeitig auf offene Jobausschreibungen verlinkt. Die Kampagne gibt Beispiele für die Bildungslaufbahn und zeigt, dass ein Ofenbauer mit moderner Technik arbeitet und kreativ sein kann. Das österreichische Pendant dazu ist die Initiative „Lehre hat Zukunft“. Im Rahmen dieser Aktion werden die jahrgangsbesten Lehrlinge der Berufsschule unter anderem mit neuen Tablet-PCs für ihre guten Leistungen belohnt. 

Situation in Russland

Hr. Kozlov gab außerdem einen interessanten Überblick über die mehr als 2500jährige Geschichte des Kachelofens in Russland. Weiters präsentierte die Russische Ofengesellschaft zwei Projekte, um bei Kindern den Kachelofen auf kreative Weise wieder ins Gedächtnis zu bringen. Mit dem Zeichenwettbewerb „Öfen in unserem Leben“ entstanden kleine Meisterwerke von Märchenöfen, Fantasieöfen oder traditionellen russischen Öfen. Viele von den jungen Künstlern leben in den Städten und haben nie einen Ofen gesehen, haben nie gesehen, wie man dort kocht und haben nie darauf geschlafen. Die Jury erhielt auch kurze Geschichten zu den Zeichnungen, wie folgende: „Meine Oma hat mir viel über das Leben im Dorf erzählt. Wie wichtig war es für die Frau mit dem Ofen umgehen zu können – er gibt Essen, er macht warm, er heilt.“ Den Hauptpreis hat die 14-jährige Maria Tschebotarewa aus der Stadt Kemerovo mit der Arbeit “Das Haus meiner Kindheit” bekommen. Aus den besten 38 Werken entstand schließlich ein Kalender der Russischen Ofengesellschaft.

Aufgrund des großen Erfolges dieser Aktion wurde das Nachfolgeprojekt, ein Literaturwettbewerb zum Thema Öfen, ins Leben gerufen.
 

Bild 2 und 3: Aus den Meisterwerken des russischen Kinder-Zeichenwettbewerbs „Öfen in unserem Leben“ entstand ein Kalender.

Rund um den Kongress

In der imposanten Stadt St. Petersburg – auch genannt das Venedig des Nordens – kam auch die Kultur für die VEUKO-Delegierten nicht zu kurz. Highlight war die Besichtigung der prächtigen Palastanlage Peterhof, das als „russisches Versailles“ gilt und zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Kulinarisch wurden die Gäste unter anderem mit Borschtsch, einer traditionellen Suppe aus Roten Rüben, verwöhnt. Für die Hafnerbranche war die Besichtigung der Öfen im Menschikov-Palast besonders interessant. Das ehemalige Kriegsschiff Aurora, ein Symbol für die Oktoberrevolution, konnte bei einer Schifffahrt auf den Kanälen von St. Petersburg betrachtet werden.

 

Bild 4: Abseits des Kongresses erkundeten die VEUKO-Mitglieder St. Petersburg per Schiff.

Die VEUKO zu Gast in Österreich

Im nächsten Jahr wird auch die Führungsriege der VEUKO neu gewählt werden. Der nächste Veranstaltungsort für den Jahreskongress 2018 steht daher schon fest. Österreich lädt beim nächsten Mal ein: Von 15.5 bis 18.5.2018 wird der VEUKO Kongress in Wien bzw. in Rust am Neusiedlersee abgehalten.

 

Bild 5: Gruppenfoto im „Venedig des Nordens“

Bilder: © VEUKO

 

  VEUKO Kongress 2017 - Peterhof (Russland) - Gruppenbild

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  VEUKO Kongress 2017 - Peterhof (Russland) - Kongress

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